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Jägerwirther
Bibelpflanzen Lexikon

GartenKunst Projekt 2010: “Jägerwirther Bibelpflanzen Lexikon”

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Gartenkunst im Passauer Land - Früchte - Die Dattelpalme ( Phoenix dactilyfera )Gartenkunst im Passauer LandDattelpalme (Phoenix dactilyfera)

Der Name der echten Dattelpalme Phoenix wird abgeleitet von den Phoeniziern. Es wird vermutet, dass die Purpurhändler den Baum als Handelsware aus seiner Heimat Mesopotamien mitbrachten und ihn über den ganzen Mittelmeerraum verbreiteten. Dattelpalmen benötigen heiße Wüstenluft mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von mindestes 21 Grad und reichlich Wasser. Sie haben einen geraden Stamm, der sich erst in den Wipfeln in die einzelnen Palmzweige entfaltet. Früchte gibt es nur auf den weiblichen Palmen, denn die Palme ist getrennt geschlechtlich und deswegen wurden fast ausschließlich weibliche Pflanzen angebaut. Sie müssen vom Menschen künstlich bestäubt werden. Dieses Verfahren war bereits im Altertum bekannt und ist auf assyrischen Reliefen aus dem 2. Jahrtausend vor Christus dargestellt. Der Spezialist, der diese Tätigkeit ausführte, wurde mit einem Drittel der späteren Ernte belohnt.

Für die Oasenländer hat von allen Palmenarten die Dattelpalme die größte wirtschaftliche Bedeutung. Die echte Dattelpalme wurde im Altertum intensiv genutzt, dazu stiegen die Menschen auf die Palme und pflückten die reifen Steinfrüchte. Die Dattelpalme liefert 80-100, im Extremfall sogar bis zu 200kg Früchte pro Jahr. Datteln haben einen Zuckergehalt von ca. 60%. Man konnte die Datteln frisch oder getrocknet essen und Dattelsirup daraus gewinnen. Dieser war der Honig des verheißenen Landes. Eine beliebte Delikatesse waren außerdem Dattelwein und Dattelbrot; dazu wurden die Datteln entkernt. Die Kerne wurden als Brennmaterial aufgeweicht, oder als Viehfutter verwendet. Aus dem Saft der Palmbäume stellte man Palmwein her. Die Palmblätter wurden gespalten und zerfasert. Dann wurden diese geflochten und dienten der Herstellung von Sandalen, Körben, Stricken und von anderen Gebrauchsgegenständen im orientalischen Leben.

Palmen in der Wüste, das bedeutet zugleich Wasser und Überleben. Auf der Wanderung durch die Wüste lagerte das Volk Israel einst unter Palmen, so wird berichtet im Buch Mose (Num 33,9). Jericho wurde die Palmenstadt genant (Dtn 34,3). Eine wichtige Rolle spielen die Palmwedel auch beim Einzug Jesu in Jerusalem: „Hosianna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels“ (Joh 12,13). Seit dem 7./8. Jahrhundert nach Christus erinnert uns der Palmsonntag an diesen festlichen Einzug, wo Jesus mit Palmwedeln zugewunken wurde. Der Volksglaube erhofft sich seitdem von diesen geweihten Palmbüscheln (gewöhnlich Stechpalme, Buchs, Wacholder und Weidenkätzchen) die Abwehr von Unheil. Sie werden dann mit nach Hause genommen und das ganze Jahr über aufbewahrt. Die Palme steht auch seit Jahrtausenden in dieser Region als Metapher für das Hohe und Erhabene und so heißt es in Psalm 92,13: „Der Gerechte gedeiht wie eine Palme.“ Mit diesen Worten wurden die Menschen umschrieben, die sich an dem Wort Gottes ausrichten.

Die echte Dattelpalme gedeiht ideal in den heißen klimatischen Verhältnissen von Wüstenoasen, aber auch noch im Hügelland. Im judäischen Bergland war sie nur in Ausnahmefällen anzutreffen. Daher ist es unwahrscheinlich, dass in Jerusalem Palmen wuchsen, da die Stadt 720m hoch im Gebirge liegt. Die Palmwedel kamen vermutlich aus der Oasenstadt Jericho, die mit ca. 9000 Jahren eine der ältesten Städte der Menschheit ist. Sie liegt nur 25 km von Jerusalem entfernt, jedoch 260m unter dem Meeresspiegel. Wenn in den biblischen Texten ausdrücklich Palmwedel erwähnt werden, so liegt darin für die Schreiber eine besondere Bedeutung. Die Palme ist in der Bibel zugleich ein Sinnbild für Würde und Ehrerbietung, Eleganz, Anmut und Gerechtigkeit.

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