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Jägerwirther
Bibelpflanzen Lexikon

GartenKunst Projekt 2010: “Jägerwirther Bibelpflanzen Lexikon”

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Gartenkunst im Passauer Land - Erläuterung weiterer Pflanzen - FeigeGartenkunst im Passauer LandFeige (Ficus carica)

Ficus ist der lateinische Name für die Feige und carica bedeutet, dass sie in ursprünglich in Karien, einer Landschaft Kleinasiens, angebaut wurde, wo sie seit Jahrtausenden zu Hause ist. Dort war sie ein wichtiger Exportartikel, der schon bei den Assyrern, Ägyptern und Griechen begehrt war. Seitdem ist die Feige eine typische Kulturpflanze rund um die Mittelmeerregion.

Der Feigenbaum entwickelt sich in seiner Heimat sehr schnell zu einem kleinen Baum mit weit ausladender Krone. Wenn genügend Wasser vorhanden ist, wachsen hier die Feigenbäume so hoch, dass man geruhsam darunter sitzen kann. Die Wurzeln des Feigenbaums gehen tief in den Boden und breiten sich weit aus. Im Herbst verliert der Baum seine Blätter und treibt im Frühling wieder neu aus. An den grau-silbrigen Zweigen des Feigenbaums entwickeln sich im späten Frühjahr große, lappige Blätter, die bei Berührung rauh wirken. Daran gedeihen zwei Arten von Früchten: die eine im Frühsommer an den letztjährigen Zweigen, die anderen im Spätherbst an den neuen Trieben. Die Samen werden durch Fledermäuse verbreitet, wenn diese die Fruchtstände fressen.

Als Moses seine Kundschafter ausschickte, brachten sie neben Granatäpfeln und Weinreben auch Feigen aus dem gelobten Land mit (Num 13,23). Die genannten Früchte standen als Kontrast zur Wüste und symbolisierten die Fruchtbarkeit eines Landes und den Wohlstand seines Volkes. Die Feigenbäume wurden im Kriegsfall von den Feinden abgeholzt, was einen großen Schlag gegen die Versorgung der Bevölkerung darstellte. Gab es hingegen größere Trockenperioden, so dass die Feigen vertrockneten, so wurde dies als eine Strafe Gottes angesehen.

Der Feigenbaum ist in der Bibel eine der bekanntesten Pflanzen und auch die erste Pflanze, die in der Bibel mit Namen genannt wird. Adam und Eva flochten sich nach dem Sündenfall einen Schurz aus Feigenblättern, weil sie sich ihrer Nacktheit schämten (Gen 3,7). Der Feigenbaum ist ein idealer Schattenspender (Joh 1,48) und ein Symbol des Wohlergehens und des Friedens (1 Makk 14,12). Die frischen Feigen werden als die ersten Sommerfrüchte in dieser trockenen Region besonders geschätzt (Am 8,1-2). In biblischen Zeiten waren getrocknete Feigen ein wichtiges Nahrungsmittel als Reiseproviant und für die Wintermonate (1 Chr 12,41). Die Feige wurde roh gegessen oder zu Feigenkuchen verarbeitet und sogar Wundpflaster wurde daraus hergestellt. Der Verfasser des Hohen Liedes kündigt mit der Feige den Frühling in der Bibel an: „Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte; die blühenden Reben duften“ (Hld 2,13). In der Offenbarung des Johannes heißt es in Kapitel 6,13: „Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde, wie wenn ein Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt“. Jesus verfluchte einmal einen Feigenbaum, der daraufhin verdorrte und einging (Mk 11, 13.20).

Der Feigenbaum ist in dieser heißen, trockenen Region ein willkommener Schutz vor der brennenden Glut der Mittagshitze. Seine süßen Früchte waren ein wichtiges Nahrungsmittel für die Bevölkerung und eine begehrte Handelsware. Im wohltuenden Schatten von Weinstock und Feigenbaum zu sitzen, ohne Hunger und Not, das stand damals für den Wohlstand der Menschen und war zugleich Sinnbild für den Frieden, den Gott den Menschen gewährte.

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